Neues aus dem Netzwerk

Leibniz Lunch im Bundestag 130 Tage nach der Weltnaturkonferenz: Anregender Austausch zwischen Wissenschaft und Politik
28.04.2023 · Leibniz-Gemeinschaft und Leibniz BiodiversitätAuf Einladung von Leibniz-Präsidentin Prof. Dr. Martina Brockmeier und dem Ausschussvorsitzenden für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, MdB Kai Gehring, stellte das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität (Leibniz Biodiversität) vor Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP, CDU/CSU und Die Linke sowie deren Mitarbeiter*innen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und wichtige Zusammenhänge vor, die 130 Tage nach der Weltnaturkonferenz für die Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele in Deutschland relevant sind. PD Dr. Kirsten Thonicke (PIK), Prof. Dr. Jörg Overmann (DSMZ) und PD Dr. Kerstin Drastig in Vertretung von Prof. Dr. Annette Prochnow (ATB) hielten wissenschaftliche Impulsvorträge zu den Themen Klima, biokulturelle Biodiversität, biodiversitätsfreundliche Anreize, unsichtbare Biodiversität, digitale Sequenzinformationen (DSI), nachhaltige Landwirtschaft, Ernährung und Wasser. In einer anschließend von Eva Rahner (PIK) moderierten Diskussion wurden die Themen mit den politischen Vertreter*innen angeregt diskutiert und vertieft.

Hitze am Amazonas treibt Temperaturen in Tibet: Klima‑Kippelemente um den halben Erdball miteinander verbunden
28.04.2023 · PIKDer Amazonas-Regenwald und die tibetische Hochebene liegen auf verschiedenen Seiten unserer Erde – und doch können Veränderungen im lateinamerikanischen Ökosystem laut einer neuen Studie Veränderungen in der Nähe des Himalaja auslösen. Bei beiden handelt es sich um Kippelemente, also um jene Teile der planetaren Maschinerie, die empfindlich auf die globale Erwärmung reagieren und an bestimmten Schwellenwerten abrupt und oft unumkehrbar von einem Zustand in einen anderen übergehen können. Ein internationales Team von Forschenden wendet die Theorie komplexer Netzwerke auf diese Elemente an und findet überraschende – und beunruhigende – weitreichende Verbindungen.

Eisbär Knut mahnt uns
01.04.2023 · MfNKnut lockte Millionen Menschen in den Berliner Zoologischen Garten. Als er am 19. März 2011 im Alter von nur vier Jahren starb, trauerten viele Menschen um diesen Eisbären. Heute steht er präpariert im Museum für Naturkunde Berlin und mahnt uns alle, wie bedroht unser Planet durch den menschengemachten Klimawandel und Artenschwund ist. Wie kaum eine andere Tierart wurden Eisbären zum Symbol für die Folgen des Klimawandels.

Die Artentdeckungsfabrik
30.03.2023 · MfNUns läuft die Zeit davon. Während Sie diesen Text lesen, sterben Tier- und Pflanzenarten aus, die noch völlig unbekannt sind und niemals wissenschaftlich beschrieben wurden, weil wir die Umwelt verschmutzen, das Klima verändern und Lebensräume von Mitwohnenden dieser Erde zerstören. Welch einen Schatz des Lebens vernichten wir, der sogenannte weise Mensch, der Homo sapiens, da unwiederbringlich! Das trifft besondere die Tiergruppe mit den meisten Arten, die Insekten. Für tropische Länder, wo die Vielfalt am größten ist, fehlen die meisten Informationen. Das kann und wird die "Artentdeckungsfabrik" des Museums für Naturkunde ändern.

MarginUp! – Ein Forschungsprojekt möchte Biodiversität und Wertschöpfung auf Grenzertragsstandorten erhöhen
16.03.2023 · ATBViele landwirtschaftliche Grenzertragsstandorte in Europa stehen entweder vor einer Intensivierung der Nutzung durch den Anbau von Biomasse oder einem Aus der Nutzungnahme. Beide Entwicklungen haben massive Auswirkungen auf die Umwelt und Ökosystemleistungen, die von diesen Standorten ausgehen. Das von der EU finanzierte Projekt MarginUp! ist mit dem Ziel gestartet, Landnutzungsalternativen für marginale landwirtschaftliche Anbauflächen zur Produktion von pflanzlichen Rohstoffen für den industriellen Gebrauch zu entwickeln, die gleichzeitig den hohen Wert dieser Standorte für die Biodiversität und die Erbringung von Ökosystemleistungen berücksichtigt.

Größtes Genom eines Insekts entdeckt
16.03.2023 · LIBDas größte bisher bekannte Genom eines Insekts wurde jetzt in einer Feldheuschrecke nachgewiesen. Es ist etwa siebenmal größer als das menschliche Genom. Die aktuelle Studie von Forschenden des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) und der tschechischen Akademie der Wissenschaften, veröffentlicht in PLOS ONE, widerlegt damit die Vorstellung, dass das Erbgut von Insekten kleiner und damit weniger komplex sei.

Forschende des LIB entdeckten 172 neue Arten in 2022
03.03.2023 · LIBDer blinde Fleck der Biodiversität wird etwas kleiner: Forschende des LIB konnten im letzten Jahr insgesamt 172 neue Tierarten benennen und beschreiben. Von Maikäfern über blinde Langbeinspinnenarten bis zu Bernsteininklusen wurden Arten aus insgesamt zwölf verschiedenen Tierordnungen identifiziert. Dennoch müssen nach Ansicht unserer Expertinnen und Experten nicht nur die Anstrengungen erhöht werden, sondern auch neue Formen von Beschreibungen entwickelt werden, damit wir künftig die weitestgehend noch unbekannte Artenvielfalt unseres Planeten weiter ergründen können.

Krieg in der Ukraine bedroht Süßwasserressourcen und Wasserinfrastruktur
02.03.2023 · IGB und SGNDer andauernde Krieg in der Ukraine hat auch vielfältige Auswirkungen auf den Wassersektor des Landes. Das zeigt eine aktuelle Studie des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), die in der Fachzeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht wurde. Neben den verheerenden direkten Kriegsfolgen hat die Zerstörung der Wasserinfrastruktur auch sehr langfristige Folgen und Risiken für die Bevölkerung, die Umwelt und die weltweite Ernährungssicherheit.