Neues aus dem Netzwerk

10 Must-Dos aus der Biodiversitätsforschung: Das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität wendet sich mit konkreten Forderungen an die Politik
05.12.2022 · Leibniz BiodiversitätDie Autorinnen und Autoren der 10 Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung (2022, 10.5281/zenodo.6257476) haben ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu 10 Must-Dos aus der Biodiversitätsforschung (10MustDos) weiterentwickelt. Die 10MustDos entsprechen zehn konkreten und kurzfristig umsetzbaren Handlungsempfehlungen für die Politik. Sie sollen Wegweiser für die 15. Weltnaturkonferenz 2022 in Montréal sein und darüber hinaus in der praktischen Politikgestaltung in Deutschland, Europa und weltweit durch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse helfen, die globale Biodiversität zu schützen und das menschengemachte Artensterben zu stoppen. Die vorgeschlagenen Lösungswege eröffnen Handlungsmöglichkeiten, die im Einklang mit den Zielen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen stehen und in die bis 2030 von allen Nationalstaaten umzusetzenden 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) einzahlen, um die Biodiversitäts-, Klima- und Gerechtigkeitskrise zu bewältigen.

Praxisnahes Forschungsprojekt zur Wiedervernässung von Mooren: Klimaschutz und Landwirtschaft auf Brandenburgs Moorflächen
02.12.2022 · ZALFIm Projekt „KlimaMoor“ untersucht ein Forschungsteam des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in enger Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben auf 20 Moorflächen in Brandenburg Maßnahmen für den Klimaschutz. Anfang November 2022 wurde vom Bundeskabinett die Nationale Moorschutzstrategie beschlossen. Diese zielt darauf ab, Moore in ihrer Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher zu stärken, Treibhausgasemissionen zu senken und die Biodiversität zu erhalten. Hierfür braucht es geeignete, wissensbasierte Strategien. Von den über 200.000 Hektar Moorflächen in Brandenburg werden rund 95 Prozent land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Bislang werden die Flächen für diese Nutzung trockengelegt. Da allerdings in Moorlandschaften mit einem sinkenden Grundwasserstand zunehmend CO2 aus dem Boden entweicht, werden durch landwirtschaftliche Nutzung pro Jahr rund 6,2 Millionen Tonnen CO-Äquivalente sowie im Moorboden gebundene Nährstoffe freigesetzt.

Wissenschaftspreis "Forschung in Verantwortung" des Stifterverbands für DSMZ-Direktor und stellvertretenden Sprecher von Leibniz Biodiversität, Prof. Dr. Jörg Overmann
16.11.2022 · DSMZ und Leibniz-GemeinschaftDer Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft „Forschung in Verantwortung“ geht in diesem Jahr an Jörg Overmann, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, Professor an der Technischen Universität Braunschweig sowie stellvertretender Sprecher des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität (Leibniz Biodiversität). Die Auszeichnung würdigt die Arbeiten des Mikrobiologen zur Biodiversität von Mikroorganismen sowie sein Engagement zum fairen Interessenausgleich bei der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzung der biologischen Vielfalt weltweit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft verliehen, dieses Jahr am 23. November 2022.

FAIRagro wird Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur
09.11.2022 · ZALF zusammen mit ATB, IPK, SGN und 25 weiteren PartnernDas Konsortium FAIRagro hat zum Ziel, eine Infrastruktur für Daten aus der Agrosystemforschung zu schaffen, um institutionenübergreifende und interdisziplinäre Forschung zu erleichtern. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz bestätigt hat, wird FAIRagro als Konsortium in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur aufgenommen und ab März 2023 von Bund und Ländern gefördert. Vorgesehen ist eine Förderdauer von fünf Jahren. FAIRagro wird vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg koordiniert und umfasst 29 Partner, darunter drei weitere Leibniz Biodiversität-Partnerinstitute: Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) sowie Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN).

FEdA European Conference: Biodiversity and Human Well-Being – Europe’s Role in Shaping Our Future
09.11.2022 ·Bei der digitalen Konferenz der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA), die vom 9. - 11. November 2022 digital stattfand beteiligte sich das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität mit zahlreichen multimedialen Beiträgen und einem eigenen digitalen Messestand.

Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität bezieht Stellung zur “Zukunftsstrategie Forschung und Innovation” der Bundesregierung
08.11.2022 · Leibniz BiodiversitätMit der "Zukunftsstrategie Forschung und Innovation" soll bis 2025 ein ressortübergreifendes Fundament geschaffen werden, um die Anstrengungen und Ressourcen der Bundesregierung in diesem Feld zu bündeln und auf die großen Herausforderungen auszurichten. Das Leibniz-Forschungsnetzwerk Biodiversität (Leibniz Biodiversität) macht in seiner Stellungnahme zur Zukunftsstrategie klar, dass "die Forschung der letzten Jahre eindeutig belegt, dass eine Transformation zu einer nachhaltigen, die Biodiversität und das Klima schützenden Gesellschaft nur über einen integrativen, sozial-ökologischen Ansatz erreicht werden kann, der zudem inter- und transdisziplinär angelegt sein muss." Der Erhalt der biologischen Vielfalt (und damit verbunden deren Erforschung) sei essentiell, um Klimaschutz überhaupt zu ermöglichen. Die Stellungnahme von Leibniz Biodiversität kann im Gesamtwortlaut unter "mehr lesen" aufgerufen werden. Weitere Stellungnahmen - auch die der Leibniz Gemeinschaft selbst - können über die Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unter "Forschung/Zukunftsstrategie Forschung und Innovation" eingesehen werden.

Klimawandel: Mehr Algen und weniger Wasserpflanzen begünstigen Methanemissionen
02.11.2022 · IGBIn den letzten Jahren sind in vielen flachen Seen weltweit die Unterwasserpflanzen verschwunden, stattdessen wachsen mehr Algen und freischwimmende Pflanzen. Ein chinesisches Team hat in Zusammenarbeit mit PD Dr. Sabine Hilt vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) einem großen Mesokosmen-Experiment gezeigt, wie Hitzewellen, Nährstoffe und Pestizide das Algenwachstum fördern und die Wasserpflanzen schwinden lassen. Diese Verschiebung der Pflanzentypen kann die Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen aus flachen Seen erhöhen, wie die Forscherin mit niederländischen Kolleg*innen in einem weiteren Mesokosmen-Experiment nachweisen konnte.

DSMZ stellt weltweit einzigartige Datenbank MediaDive für die Anzucht von Mikroorganismen online
02.11.2022 · DSMZForschende des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen in Braunschweig haben eine frei zugängliche Datenbank für Wachstumsmedien von Mikroorganismen veröffentlicht. Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze sind die Grundlagen für das Leben und Überleben auf der Erde. Trotzdem ist bisher erst schätzungsweise ein Prozent der existierenden Mikroorganismen identifiziert und charakterisiert worden. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Mikroorganismen im Labor nicht wachsen und somit nicht untersucht werden können. Hier setzt die neuartige Datenbank MediaDive an. Sie bietet der globalen Wissenschaftsgemeinschaft freien Zugriff auf aktuell über 3.270 Anzuchtmedien für mehr als 44.000 verschiedene Prokaryoten, Pilze, Algen und Protozoen. Die in MediaDive eingetragenen Wachstumsmedien werden fortlaufend von den Forschenden der DSMZ kuratiert. Damit setzt MediaDive weltweit erstmalig Standards für die Dokumentation und Entwicklung von Kulturmedien.